Geschäftsführer der Fachkliniken Hohenurach sieht den Wandel der Ermstalklinik gelassen


Bad Urach/GEA

Der Aufschrei war groß in Urach, als bekannt wurde, dass in der Ermstalklinik zwar nicht sofort die Lichter ausgehen, sie sich aber drastisch verändern würde. Mit dem »Medizinkonzept 2025« hatte der Kreistag am 17. Dezember das Aus für die klassische stationäre Krankenversorgung beschlossen. Sämtliche bisher in der Kurstadt verorteten stationären Bereiche – Pulmologie, Geriatrie und Frührehabilitation Phase B – werden nach Reutlingen verlegt.

Dem Management der Kreiskliniken schwebt mittel- und langfristig ein »Gesundheitscampus Ermstal« vor, der neben einer breiten ambulanten Versorgung auch für die Kreiskliniken wichtige rehabilitative Einrichtungen aufbaut – in Bad Urach in Form einer rehabilitativen Kurzzeitpflege. Ein Angebot für ältere Patienten, die zwar keine akutmedizinische Behandlung mehr benötigen, aber noch gepflegt und versorgt werden müssen, bis eine ambulante Weiterbehandlung möglich ist.

»Patienten gibt es immer genug«

Vor der Entscheidung des Kreistags hatte der Uracher Gemeinderat mit Bürgermeister und SPD-Kreisrat Elmar Rebmann an der Spitze kein gutes Haar an dem Gesundheitscampus Ermstal gelassen. Es gebe noch keinerlei Verbindlichkeit für die Nachfolge der Ermstalklinik. Punkt zwei: Mit dem Wegfall der geriatrischen Abteilung falle die hochgelobte Kooperation mit den Fachkliniken Hohen urach weg. »Soll diese hervorragende Kooperation jetzt aufgegeben werden«, hatte Elmar Rebmann im Dezember gefragt, »die Kompetenz ist bei uns doch da, die Fläche auch, man müsste sie nur ausbauen.« Wie der Uracher Bürgermeister inzwischen zu der Entscheidung des Kreistags steht, nachdem sich der Rauch verzogen hat und erste Fakten geschaffen sind (vergl. Box), war gestern nicht zu erfahren – der Bürgermeister hat diese Woche Urlaub.

Uli Wüstner, der Geschäftsführer der Fachkliniken Hohenurach, zeigt sich entspannt. »Die Spezialisierung und Zentralisierung schreitet voran«, sagt Wüstner, »wenn die Kreiskliniken sich so aufstellen, dass sie ihre Prozesse optimieren, kann ich das gut verstehen. Wenn künftig die Expertise in Reutlingen sitzt: gar kein Problem.« Die Zusammenarbeit mit den Kreiskliniken beschreibt er als hervorragend, »es flutscht«. Große Hoffnungen setzt er in die Telemedizin, »das wäre doch eigentlich eine perfekte Art der Zusammenarbeit.«

Also hat der Geschäftsführer der privatwirtschaftlich geführten Reha-Klinik (die Fachkliniken Hohenurach sind einer von neun Standorten der Klinikgruppe Enzensberg), keine Angst, Patienten zu "verlieren"? »Patienten gibt es immer genug«, sagt Wüstner ganz nüchtern. Aufgrund der demografischen Entwicklung werden es in diesem Segment sogar noch mehr werden. Kurz: "Wir machen uns keine Sorgen, dass keine Patienten mehr zu uns nach Urach kommen."

In diesem Zusammenhang blickt er optimistisch auf den vom Management der Kreiskliniken ins Spiel gebrachten Gesundheitscampus Ermstal. »Das wird in unserer Gesellschaft immer mehr gefragt«, ist Wüstner überzeugt. Das hört Eckard Zieker, der Pressesprecher der Kreiskliniken Reutlingen, gern: »Ich bin überzeugt, dass der Gesundheitscampus einen besonderen Mehrwert für die Uracher, nein, mehr noch: fürs ganze Ermstal und den ganzen Kreis geben wird.« (GEA)

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