Schlaganfall kann jeden treffen


07.05.2018

Bad Urach,  7. Mai 2018. Ein Schlaganfall kann jeden treffen. Daran erinnert am 10. Mai die Deutsche Schlaganfall Hilfe. Pro Jahr erleiden in Deutschland etwa 200.000 Menschen erstmalig einen Schlaganfall. In rund 80 Prozent der Fälle verstopft ein Blutgerinnsel die Gefäße, weshalb es in der Folge zu einer Mangeldurchblutung des Gehirns kommt. In den Schlaganfalleinheiten der Akutkrankenhäuser erhalten Patienten erste Hilfe, indem die Blutgerinnsel per Infusion aufgelöst (Lysetherapie) oder mechanisch (Thrombektomie) entfernt werden. Die m&i Fachkliniken Hohenurach begleitet seit nunmehr 29 Jahren Schlaganfallpatienten auf dem Weg der Rehabilitation. Diese setzt in der Regel unmittelbar nach dem Akutkrankenhaus ein und untergliedert sich je nach Schwere der neurologischen Defizite in die Phasen B-F.

„Wir betreuen pro Jahr rund 1.700 Schlaganfallpatienten. Seit Juli 2017 können wir auch Patienten mit Bedarf an intensivtherapeutischer Behandlungsmöglichkeit aufnehmen. Somit können Patienten bei uns die Phasen B bis D durchlaufen, was den großen Vorteil hat, dass alle Therapien eng aufeinander abgestimmt sind und der Patient sich nicht immer wieder an neue Örtlichkeiten und Ansprechpartner gewöhnen muss“, so Chefarzt Prof. Dr. Hermann Ackermann.

Nach einem Schlaganfall hat die Mehrzahl der Patienten erhebliche körperliche Einschränkungen. Sei es, dass Grundsätzliches wie Schlucken und Sprechen neu erlernt werden muss oder auch ausgeprägte Lähmungen und Gangstörungen vorliegen.

„In der sogenannten Neuro Phase B leiden die Patienten noch unter einer erheblich gestörten Bewusstseinslage und benötigen intensive Betreuung“, erklärt Prof. Dr. H. Ackermann. In der Phase B kann der Patient meist aktiv nicht an den Therapien mitwirken. Im Fokus steht somit die aktivierende Pflege. Wie lange ein Patient in der Phase B verbleibt, hängt von seinem individuellen Gesundheitszustand ab. 

An der Phase C können Patienten teilnehmen, die soweit stabilisiert und bewusstseinsklar sind, dass sie gemeinsam mit den Therapeuten beispielsweise die selbständige Nahrungsaufnahme, Körperpflege oder auch das Anziehen trainieren können. Diese Phase der Rehabilitation dauert in der Regel 3 Wochen.

In der Phase D sind die Patienten bereits weitestgehend selbständig in der Lage, ihren Alltag zu bewältigen. Dies zeigt sich beispielsweise darin, dass das Essen gemeinsam mit den Mitpatienten im Speisesaal eingenommen werden kann. Hauptziel in dieser Phase der Rehabilitation ist die Besserung oder Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit bzw. die Minderung krankheitsbedingter Behinderungen, damit die Patienten im Anschluss an den stationären Aufenthalt wieder in ihre eigenen vier Wände zurückkehren und ggf. auch wieder ihrem Beruf nachgehen können.  „Wir haben sowohl Patienten, die bei uns alle Rehabilitationsphasen durchlaufen als auch solche, die nach der Akutbehandlung in so einer guten gesundheitlichen Verfassung sind, dass eine Anschlussheilbehandlung, d.h. die Reha der Phase D, ausreichend ist. Auf der anderen Seite gibt es leider auch immer wieder Patienten, die dauerhaft auf fremde Hilfe angewiesen bleiben werden und die Rehabilitationsphasen C und D nicht erreichen“, so Prof. Dr. H. Ackermann. Ein Grund hierfür kann darin liegen, dass Schlaganfallsymptome nicht richtig gedeutet wurden und Patienten somit zu spät ärztliche Hilfe gesucht haben. „Daher gilt es, bei beispielsweise plötzlich eintretenden Sprachstörungen oder Lähmungserscheinungen die 112 zu wählen, damit im Krankenhaus abgeklärt werden kann, ob ein Schlaganfall vorliegt oder nicht“, betont Prof. Dr. H. Ackermann abschließend.

Mehr über die m&i Fachkliniken Hohenurach unter www.fachkliniken-hohenurach.de einfügen.

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